30. Juli 2017

Glück?


Glück zu definieren, ist nicht unbedingt leicht. Wenn man sich zu gewissen Zeiten - sprichwörtlich - in seiner Haut wohlfühlt, ist man dann glücklich? Oder ist allein dieses behagliche Gefühl vielleicht etwas, das man schnell unbewusst als Glücksgefühl benennt?
»Glück ist ein Gefühl, von dem man möchte, dass es möglichst lange oder sogar für immer andauern sollte.«
Clóvis de Barros, ein brasilianischer Philosoph aus Sao Paulo, hat es in einem seiner Vorträge mit ganz einfachen Worten beschrieben.
»... für immer andauern sollte!«
Welch eine Vermessenheit ist es doch, dies zu wollen. Wer weiss denn nicht, wie schnell solch ein Glücksgefühl vorbei geht, wie dieses vermeintliche Glück durch irgendein negatives Geschehen in das Gegenteil verkehrt wird.
Natürlich, der Philosoph de Barros definiert es ja auch mit den Worten »von dem man möchte!«
Was also ist Glück? Das Konzept ist eigentlich ganz einfach.
Wenn wir zu einem Zeitpunkt das Gefühl haben, alles wäre perfekt, wenn es nichts gibt, das wir ändern möchten, wenn wir vollkommen im Einklang mit unserer Natur und unserem Willen sind - dann empfinden wir unser Leben so, das wir es in einem Wort zusammenfassen können: Glück! Sicher schwer zu begreifen.
Ich finde es logisch, dass alles im Leben, das uns glücklich macht, einfach die Summe all der kleinen Momente ist, in denen wir uns gut fühlen.
Es ist aber ja auch klar, dass wir so nicht ständig leben können; deshalb müssen wir versuchen, diese kleinen Augenblicke nicht zu verpassen. Es hat dabei keinen Sinn, etwas Fehlendes zu bereuen, denn dann erhalten diese Momente des Glücks schon wieder einen negativen Touch.
Oft sind wir vom Alltag gestresst. Dann sehnen wir nur das Ende eines Tages herbei oder das Ende der Woche, die wir als schwierig erachten und die wir möglichst schnell aus unserem Zeitgefühl verdrängen wollen.
So manches Mal hilft es wirklich, gute Gedanken auf uns einwirken zu lassen, dabei ist ein guter Freund sehr hilfreich, aber auch Gespräche mit tiefem Hintergrund, ruhige Musik, ein paar schöne Fotos, eine gute Nachricht oder eine Fröhlichkeit, die aus einer Quelle strömt, die wir gar nicht auf unserem Plan haben, können uns aus unserem Tal herausholen.

Da sagt plötzlich jemand irgendwelche dummen Dinge, die wirklich keinen Bezug zu uns haben und wir merken ganz unbewusst, dass wir lachen! Und indem wir diese Fröhlichkeit aufsaugen, spüren wir ganz klar, dass dieses Leben doch einen Sinn macht, weil es uns am Glücksgefühl teilhaben lässt!
Nein, das ist kein naiver Optimismus, so zu denken. Wichtig ist dabei nur, darauf vorbereitet zu sein. Diese unwiederbringlichen Momente sind immer und zu jeder Zeit vorhanden. Dann um sich schauen zu können, stets auf diese kleinen Hinweise zu achten, darauf kommt es dann an.
Wenn diese kleinen glücklichen Minuten nun keine Chancen bekommen, weil wir sie nicht erkennen (können), sind sie verloren. Das ist nun mal der Lauf des Geschehens. Es kann natürlich auch sein, dass die Angst vor dem Ungewissen uns daran hindert, diesen Zipfel des Glücks festzuhalten.
Vorbei ist jedoch immer vorbei; es gibt einfach keine Gelegenheit versäumte Glücksgefühle zurückzuholen. Denn das wäre dann eine völlig neue Situation und bedarf eines uneingeschränkten Neufangs!
Unsere Bezeichnung für Glück hat eine ganze Menge mit unserem Schicksal zu tun. Diese Zufälligkeit des Wortes »Glück«, das nun für uns günstig, oder auch ungünstig ausfallen kann, gibt dem Wort seine Bedeutung. 


           »Glück besteht in der Kunst, sich nicht zu ärgern, dass der Rosenstrauch Dornen trägt, sondern sich zu freuen, dass der Dornenbusch Rosen trägt.«                                                  (arab.Sprichwort)

Wenn wir vom Glück sprechen, meinen wir meist den Zufall den wir herbeisehnen! Den aber können wir nicht beeinflussen. Wohl aber unsere Haltung dazu. Wenn man dem (auch ungünstigen) Zufall Raum gibt, als Glücksmoment aufzutreten, wandelt sich vieles ganz einfach in Glück um!

Ein altes, abgewandeltes Wort von Pearl S. Buck fällt mir dazu noch ein: »Viele Menschen versäumen die kleinen Glücksmomente, während sie auf das große Glück vergebens warten.«

©by Wildgooseman

Kommentare:

  1. Lieber Horst,
    Das Gefühl des Glücklichseins resultiert aus dem eigenen Wahrnehmungsvermögen und einer geistigen positiven Einstellung, denke ich.
    Danke für deinen richtungsweisenden Blog, über den es lohnt, sich ernsthaft mit auseinander zu setzen.
    Ingrid

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  2. Yeah, let's do it, it's later than we think!

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[B]Ich danke Dir für Dein Statement![b/]